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Zur Transformation des Modekonsums Jugendlicher

Das Bewusstsein für den eigentlichen Preis und die Wertschätzung der Konsumgüter, die unser Leben in der nord-westlichen Hemisphäre bestimmen, fehlt zunehmend. Stets gibt es neue Hypes um Modelabel wie zum Beispiel Primark oder H&M, die extrem günstig immer neue Kollektionen auf den Markt bringen. Der damit verbundene Druck, aktuellen Trends zu folgen und der geringe Preis machen sie vor allem bei Jugendlichen äußerst beliebt.

Die Frage ist aber: Ist der Preis wirklich so gering? Unserer Recherche zufolge würden Jugendliche zwischen 12 und 20 dem zustimmen und das mit dem geringem Taschengeld, welches ihnen zur Verfügung steht, argumentieren. Welchen Preis dafür aber Produzent*innen, Näher*innen, Färber*innen, etc. zahlen, wird weniger hinterfragt. Auch die Natur, die durch die Kleidungsproduktion ebenfalls immense Folgen erleidet, steht bei der Kaufentscheidung nicht im Vordergrund.
Fragen, die wir uns stellten waren schließlich: Wie kann man Jugendlichen vermitteln, dass sie durch den Konsum konventionell produzierender Modemarken die Ausbeutung von Arbeiterinnen in entwicklungsschwachen Ländern unterstützen? Wie kann man sie zu nachhaltigerem Konsum anregen? Welche Alternativen lassen sich anbieten, die den Jugendlichen den Kaufdrang nehmen und ihnen gleichzeitig ein vergleichbares oder sogar besseres Erlebnis eröffnen?

Da es online schon viel zum Thema des kritischen Modekonsums gibt, entschlossen wir uns dazu, ein Werk zu schaffen, welches all das, was es bereits gibt, zusammenfasst und sich dabei speziell an Jugendliche richtet. Da Jugendliche sich bekanntermaßen überwiegend über Onlinemedien informieren, fiel die Wahl auf eine Webseitengestaltung. Es entstand ein Prototyp für eine Webseite, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Handlungsalternativen aufzeigen soll. Der direkte Kontakt zu den Jugendlichen, durch Befragungen und Workshops, zeigte uns, dass großes Interesse an einer solchen Seite besteht. Themen von Produktionsbedingungen bis zu Entsorgung und Reparatur wurden von den Jugendlichen mit großem Interesse aufgenommen. Ziel hinter der Webseite ist es, Jugendlichen ein Gefühl der Selbstermächtigung zu geben und sie zu ermuntern, selbst zu einem Wandel in unserer Gesellschaft beizutragen. Konsumgewohnheiten sollen hinterfragt und die Rolle des Daseins reflektiert werden.


Ein Projekt von:
Emilia Bodenmüller, Luisa Gallandt und Xiangyu Guo
Semesterprojekt „Re/Sources“, Wintersemester 2019/20

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