HOW TO ACT ____?

Auf der Suche nach gestalterischen Positionen zur Veränderung unserer Gesellschaften hin zu nachhaltigeren, gerechteren und wünschenswerteren Zukünften spielt der Begriff des Handelns für Transformation Design eine große Rolle. Im Rahmen unseres Symposiums am 17. und 18. Januar 2020 beschäftigten wir uns daher mit der Frage, was Handeln mit Blick auf unterschiedliche Kontingenzen bedeuten kann – und wie wir gemeinsam, solidarisch, in Allianzen, mit Sorge handeln können.

Während der zwei Tage haben wir daher zehn Referent*innen und zahlreiche Teilnehmende zu uns eingeladen, die bereits unterschiedliche Weisen entwickelt haben, ins Handeln zu kommen. Sie teilten ihre Erfahrungen, Strategien und Hindernisse mit uns, was den Grundstein für die gemeinsame Diskussion legte, aus der wir zahlreiche Denkanstöße und Erkenntnisse mitnehmen konnten.



Am Freitag erhielten wir zunächst von Wolfgang Jonas, u.a. Mitbegründer des Studiengangs Transformation Design, unter dem Titel „I would prefer not to“ einen Impuls zu alternativen Handlungsstrategien mit kritischem Blick auf Innovationsrhetoriken und -konzepten wie dem Design Thinking. Im ersten Panel Gestaltungsgegenstände berichteten Designforscherin Bianca Elzenbaumer, Organisationswissenschaftlerin Anke Strauß sowie Christian Grauvogel vom Bündnis Digitale Stadt Berlin von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen und Vorgehensweisen beim Ab- und Begrenzen von Gestaltungsgegenständen.

Das zweite Panel widmete sich dem Thema Ressourcen. Der Transformation Design Absolvent und Start Up Unternehmer Arved Bünning, die bildende Künstlerin Folke Köbberling sowie Marco Clausen, Mitinitiator des Berliner Prinzessinnengartens und der Nachbarschaftsakademie, teilten mit uns ihr Verständnis und ihre Zugänge zum Begriff Ressource – materiell oder immateriell.

Am Freitagabend bot unser „Modulares Dinner“ Gelegenheit, die bereitgestellten Ressourcen zu einem schmackhaften Abend-Buffet zusammenzuführen, sich dabei in kleinen Gruppen kennenzulernen, auszutauschen und im wahrsten Sinne miteinander zu handeln. Am Samstagmorgen beim dritten Panel „Betriebssysteme“ hörten wir die Architektin Tatjana Schneider (TU Braunschweig), den Aktivisten Martin Pairet (European Alternatives) sowie Andrea Vetter und das Künstler*innenkollektiv Muerbe & Droege (Haus des Wandels, Brandenburg) zu ihren Erfahrungen bei der Arbeit in Konstellationen, institutionellen Logiken und Praxen, Bündnissen und Organisationen im Kontext des eigenen Handelns (mit anderen).


Im Anschluss boten die Open Spaces den Raum für gemeinsame Diskussionen und mögliche Formen kollektiven Handelns. Dafür waren alle Teilnehmenden aufgerufen, ohne inhaltliche Vorgaben eigene Open Spaces anzuregen, was in den unterschiedlichsten Formaten wie etwa eine „Redaktionssitzung“, eine Exploration der HBK-Außengrenzen oder einer Diskussionsrunde resultierte, in der sich die Teilnehmer*innen zu möglichen, feministischen Praxen im Kontext von (Lohn-)Arbeit sowie zu entsprechenden Infrastrukturen austauschten, die eine Überwindung des bestehenden (Wirtschafts-)System bzw. die Schaffung solidarischer Praktiken des Wirtschaftens ermöglichen könnten.

Nach zwei ebenso anregenden wie anstrengenden Tagen bleibt bei vielen der Eindruck, wie wichtig und fruchtbar eine Veranstaltung wie HOW TO ACT __ ist, um nicht nur Probleme aufzuzeigen, mit denen viele von uns konfrontiert werden, sondern um auch gleichzeitig die zahlreichen Strategien und Möglichkeitsräume sichtbar zu machen, die uns unterstützen können. Die vielschichtigen Praxen und Zukünfte, die uns nahegebracht wurden, haben uns darin bestärkt, unseren Designbegriff auch weiterhin mit einer produktiven Unschärfe zu versehen, zu diskutieren und zu entwickeln, die es uns erlaubt, aus der Pluralität der Ansätze und Möglichkeiten voneinander zu lernen und aufeinander bauen zu können.

Ein herzliches Dankeschön an alle Vortragenden und Gäste!


Weitere Infos zum Symposium unter howtoact.de

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