Bevor uns die Luft wegbleibt, lasst uns handeln!

„Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“ (Erich Fried)

Auch wir, Transformation Design Studierende der HBK Braunschweig, solidarisieren uns mit der Fridays For Future Bewegung. Auch wir protestieren gegen die Untätigkeit und Inkonsequenz derer, die unsere Gegenwart gestalten und unsere lebenswerte Zukunft für uns und die folgenden Generationen aufs Spiel setzen. Das macht uns wütend! Ich selbst habe im öffentlichen Dienst gearbeitet und ich war diesen Dienstag im Rathaus bei der Ratssitzung. Wenn ich mitbekomme, wie langwierig Prozesse sein können, wird mir schwindelig. Wir können nicht darauf warten, bis Politiker*innen begriffen haben, dass es Zeit ist JETZT etwas zu verändern.

Nicht ausschließlich die Politik steht in der Verantwortung. In den nächsten zehn Jahren sind wir alle aufgefordert, unser Denken und Handeln zu hinterfragen und konsequent zu ändern, um das Katastrophale abzumildern. Selbst wenn wir manchmal untätig und inkonsequent sind und uns besorgt und ohnmächtig fühlen. Doch bevor uns tatsächlich die Luft wegbleibt, liegt es an uns Einfluss darauf zu nehmen, wie wir miteinander umgehen und uns selbst, unserem Gegenüber und unseren Planeten mit Achtung begegnen. Alle Lebensbereiche unterliegen Gestaltungsprozessen und sind somit veränderbar. Was wir brauchen ist ein Wertewandel, eine Empörung. Klimawandel darf nicht länger von Politik und Wirtschaft belächelt werden. Keiner kann die Herausforderung allein bewältigen oder die Frage beantworten, wie wir leben werden. Wir, als Transformation Designer*innen, werfen Diskurse auf und fragen: „Wie wollen wir gelebt haben?“ Wir wollen Veränderbarkeit sicht- und vorstellbar machen und neue Allianzen knüpfen.

Lasst uns heute hier und jetzt damit anfangen. Holen wir unsere Smartphones raus und rufen unsere Freunde, Eltern und Verwandten an. Erzählen wir ihnen, in welcher Welt wir leben wollen und was es dazu braucht. Und fordern wir sie auf, am Sonntag eine Partei zu wählen, die sich für Klimaschutz einsetzt! Wir haben mehr Einfluss, als uns manchmal bewusst ist! Klären wir auf und nutzen unseren Intellekt und Menschenverstand, dass wir nicht länger blind auf Technologien und neoliberale Marktlogiken vertrauen können. Holen wir uns gegenseitig aus unseren Gewohnheiten heraus und gestalten gemeinsam eine gerechte Zukunft, in der wir alle ein lebenswertes Leben führen können. Ein anderes als heute, aber ein lebenswertes.

Beitrag von Anja Frasunkiewicz
Fridays For Future, 24.05.19, Braunschweig

Kommentar (1)

  1. Birgit

    Es lohnt sich, etwas zu tun. Ich bin stolz auf Dich, Anja. Wir alle sind gefordert, anzuhalten, nicht stillzuhalten, umzudenken statt aufzugeben. Für den drohenden Verlust der Artenvielfalt, durch den Menschen gemacht, trägt jeder von uns Verantwortung. Ein jeder muss Verantwortung übernehmen und bei sich anfangen. Im Kleinen. Stück für Stück. Du bist losgegangen. Folgen wir Dir. Deine Mama

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