Rolf Nohr: Ungewissheit wegspielen. Unternehmensplanspiele

Mitte der 1950er Jahre entstehen in den USA teils rechnergestützte Unternehmensplanspiele (UPS). Sie stellen Modelle und Simulationsumgebungen dar, innerhalb derer in Aus- und Weiterbildung wirtschaftliche und unternehmerische Prozesse „spielerisch“ erprobt, erlernt, aber auch ökonomische Theorien experimentell untersucht oder wirtschaftliche Entwicklungen prognostiziert werden sollen Diese UPS sind zunächst „Werkzeuge“ zur Austreibung von Kontingenz aus Unternehmen und Ökonomie. Die Euphorie den „Friktionen“ des Wirtschaftslebens mit Algorithmen, Modellen und Statistik zu Leibe rücken zu können bricht aber spätestens mit den Globalsimulationen des Club of Rome in sich zusammen.

Rolf Nohr studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Philosophie und Soziologie, war Dozent für Literaturgeschichte und Filmgeschichte an der Werbe- und Medienakademie Marquardt in Dortmund (WAM). 2001 promovierte er über „Karten im Fernsehen: Produktion von Positionierung“, gefördert durch die Heinrich-Böll-Stiftung. 2001 bis 2002 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 427: „Medien und kulturelle Kommunikation“. Seit 2002 lehrt er am Institut für Medienforschung IMF der HBK Braunschweig: zunächst Juniorprofessor für Medienkultur, 2008 Vertretungsprofessor Medienästhetik / Medienkultur, 2009 Professor für Medienästhetik / Medienkultur